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Rathaus Korbach

Als Gegenthese zu dem, großmaßstäblichen Anbau aus den 1970er Jahren wird der gewachsene, mittelalterliche Stadtgrundriss der Stadt Korbach in seiner „Körnung“ und mit seiner Dachlandschaft selbstverständlich weitergeschrieben. Entwickelt aus den Besonderheiten des Ortes sowie der Einbeziehung des denkmalgeschützten Gebäudes zu einem Rathausensemble wird die Stadtmitte in ihren stadträumlichen Qualitäten gestärkt.

Das städtebauliche Konzept sieht mehrere neue Stadtbausteine vor, die sich in ihrer Maßstäblichkeit und Kubatur an den Bestand anlehnen und diesen zeitgemäß interpretieren. Der inhaltliche Zusammenhang der Häuser wird durch eine gemeinsame Materialität unterstrichen, die ebenfalls aus dem Kontext entlehnt ist.

Die neuen Gebäude sollen sich einfügen, mit der Morphologie des Stadtgrundrisses verweben und die Geschichte der Stadt weiterschreiben und dennoch ihren eigenständigen architektonischen Ausdruck finden, um ihre besondere Stellung kenntlich zu machen.

Das Urban Mining Konzept für das Rathaus Korbach wurde bereits in der Vorplanung erarbeitet. Es nutzt den abzubrechenden Rathausanbau als „urbane Mine“ und führt die daraus zurückgewonnenen mineralischen Baustoffe dem Neubau zu. Dieser wird nachfolgenden Generationen als wertvolle Rohstoffmine dienen: Alle Materialien werden so gefügt, dass sie bei einem späteren Rückbau oder einer Sanierung sortenrein trennbar sind. Auf verklebte Abdichtungen wird vollständig verzichtet.

1. Preis, offener zweiphasiger Wettbewerb
Bauaufgabe: Rathaus
Auftraggeber: Stadt Korbach
Ort: Korbach / Hessen
Wettbewerb: heimspielarchitekten mit Christian Thomann
LP 2-9: ARGE heimspielarchitekten mit agn Niederberghaus und Partner
Daten: Rathaus ca. 7.000 qm BGF